„Mauritius? Bloß nicht!“ – diesen Satz hört man überraschend oft in Reiseforen,
Kommentarspalten, sozialen Netzwerken oder in Gesprächen mit Menschen, die angeblich
schon einmal dort waren. Dabei gilt Mauritius offiziell als Traumziel: türkisfarbenes
Wasser, weiße Strände, luxuriöse Resorts, freundliche Menschen und tropisches Klima.
Warum also raten manche so vehement von einer Reise ab? Was steckt hinter dem Ausdruck
„Mauritius bloß nicht“? Ist es berechtigte Kritik, persönliche Enttäuschung oder schlicht
ein Missverständnis?
Dieser Artikel geht der Sache auf den Grund. Er beleuchtet Erwartungen, Realität,
Probleme, kulturelle Unterschiede, ökologische Fragen und persönliche Reiseerfahrungen.
Ziel ist es nicht, Mauritius schlechtzureden, sondern ein realistisches Bild zu zeichnen
und zu erklären, warum das Reiseziel für manche Menschen großartig – für andere aber
komplett ungeeignet sein kann.
Woher kommt der Satz „Mauritius bloß nicht“?
Der Ausdruck „bloß nicht“ wird meist dann verwendet, wenn eine Erfahrung stark von den
eigenen Erwartungen abweicht. Viele Menschen reisen mit sehr konkreten Vorstellungen
nach Mauritius: endlose, menschenleere Traumstrände, unberührte Natur, authentische
Kultur und absolute Entspannung. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, entsteht
Frust – und aus Frust entsteht schnell eine pauschale Warnung.
Hinzu kommt, dass Mauritius oft als „perfektes Inselparadies“ vermarktet wird. Hochglanz-
Werbung zeigt Luxushotels, einsame Buchten und makellose Sonnenuntergänge. Die Realität
ist komplexer. Wer das nicht weiß oder sich nicht vorbereitet, kann schnell enttäuscht
sein und anderen abraten: „Mauritius? Bloß nicht.“
Die Erwartungsfalle: Trauminsel versus Wirklichkeit
Zu hohe Erwartungen an Natur und Strände
Mauritius hat wunderschöne Strände – daran besteht kein Zweifel. Doch sie sind nicht
überall so, wie man sie aus Reisekatalogen kennt. Viele Küstenabschnitte sind stark
touristisch geprägt, einige Strände sind schmal, andere von Korallen oder Algen
beeinflusst. Wer kilometerlange, völlig leere Sandstrände erwartet, wird diese nur
an wenigen Stellen finden.
Zudem sind viele der besonders gepflegten Strandabschnitte direkt an große Hotels
angebunden. Öffentliche Strände existieren zwar, sind aber oft belebt, laut oder weniger
sauber. Für manche Reisende ist das völlig in Ordnung, für andere ein klarer Minuspunkt.
Massentourismus statt Einsamkeit
Mauritius ist kein Geheimtipp. Die Insel lebt zu einem großen Teil vom Tourismus, und das
merkt man. Besonders in beliebten Regionen wie Grand Baie, Flic en Flac oder Belle Mare
trifft man auf viele Urlauber, Reisebusse und Hotelanlagen. Wer absolute Ruhe und
Abgeschiedenheit sucht, fühlt sich hier schnell fehl am Platz.
Dieser Massentourismus ist einer der Hauptgründe, warum manche Reisende im Nachhinein
sagen: „Mauritius – bloß nicht noch einmal.“
Das Leben außerhalb der Resorts
Armut und soziale Gegensätze
Ein weiterer Schock für manche Besucher ist der starke Kontrast zwischen Luxusresorts
und dem Alltag vieler Einheimischer. Verlässt man die Hotelanlagen, sieht man einfache
Häuser, teilweise schlechte Infrastruktur und sichtbare Armut. Für Reisende, die eine
„heile Welt“ erwarten, kann das irritierend oder sogar belastend sein.
Mauritius ist im afrikanischen Vergleich relativ wohlhabend, doch der Wohlstand ist
ungleich verteilt. Wer das nicht einordnen kann oder möchte, empfindet diesen Kontrast
als unangenehm und rät anderen von der Reise ab.
Begrenzte kulturelle Tiefe für manche Reisende
Mauritius ist kulturell vielfältig: indische, afrikanische, europäische und chinesische
Einflüsse prägen die Insel. Dennoch empfinden einige Besucher die Kultur als schwer
zugänglich. Traditionen spielen sich oft im privaten Raum ab, nicht als spektakuläre
Attraktion für Touristen.
Wer intensive kulturelle Erlebnisse, historische Altstädte oder zahlreiche Museen sucht,
findet auf Mauritius weniger Angebote als in anderen Ländern. Auch das führt dazu, dass
manche sagen: „Mauritius? Bloß nicht, da gibt es nichts zu erleben.“
Essen, Preise und Alltag
Teures Reiseland
Mauritius ist kein günstiges Reiseziel. Flüge, Unterkünfte und besonders Essen in Hotels
sind teuer. Viele Reisende sind überrascht, wie hoch die Preise im Vergleich zu anderen
tropischen Destinationen sind. Wer mit einem begrenzten Budget reist, fühlt sich schnell
eingeschränkt.
Zwar gibt es lokale Garküchen und einfache Restaurants, doch diese sind für Touristen
nicht immer leicht zu finden oder wirken auf manche abschreckend. Auch hier entsteht
Enttäuschung – und aus Enttäuschung wird eine Warnung.
Essen nicht für jeden Geschmack
Die mauritische Küche ist würzig, oft indisch geprägt und nutzt viele Gewürze. Das ist
für viele ein Highlight, für andere jedoch eine Herausforderung. Wer empfindlich auf
scharfes Essen reagiert oder sehr wählerisch ist, tut sich manchmal schwer.
Hinzu kommt, dass internationale Küche in Resorts zwar verfügbar ist, aber häufig
standardisiert wirkt. Manche Reisende empfinden das kulinarische Angebot insgesamt als
enttäuschend.
Klima, Natur und Umweltprobleme
Hitze, Luftfeuchtigkeit und Zyklone
Mauritius liegt in den Tropen. Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sind ganzjährig
normal. Für viele Menschen ist das anstrengender als erwartet. Besonders Reisende, die
Hitze schlecht vertragen, kommen schnell an ihre Grenzen.
Zwischen Januar und März besteht zudem Zyklongefahr. Auch wenn schwere Stürme selten sind,
können Regen, Wind und hohe Wellen den Urlaub beeinträchtigen. Wer davon überrascht wird,
verbindet die Reise im Nachhinein mit negativen Erinnerungen.
Umweltbelastung und Korallensterben
Ein weiterer Punkt, der zum „bloß nicht“-Urteil beiträgt, sind ökologische Probleme.
Korallenriffe leiden unter Klimawandel, Verschmutzung und Tourismus. An einigen Stellen
sind Riffe beschädigt oder abgestorben, was Schnorchler enttäuscht.
Auch Müllprobleme und zunehmende Bebauung fallen kritischen Reisenden auf. Wer ein völlig
unberührtes Naturparadies erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht sein.

Für wen Mauritius tatsächlich ungeeignet ist
Mauritius ist nicht grundsätzlich „schlecht“. Aber es passt nicht zu jedem Reisestil.
- Menschen, die Abenteuerreisen mit viel Action suchen
- Reisende mit sehr kleinem Budget
- Personen, die intensive kulturelle oder historische Entdeckungen erwarten
- Urlauber, die absolute Einsamkeit und Wildnis suchen
- Menschen, die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit schlecht vertragen
Für diese Gruppen kann Mauritius tatsächlich eine Enttäuschung sein – und damit entsteht
der Eindruck: „Mauritius bloß nicht.“
Warum viele Mauritius trotzdem lieben
Der Vollständigkeit halber muss gesagt werden: Für andere Menschen ist Mauritius ein
Traumziel. Wer Entspannung sucht, schöne Strände mag, freundliche Menschen schätzt und
sich auf ein gemächliches Reisetempo einlassen kann, wird die Insel genießen.
Besonders Hochzeitsreisende, Paare und Menschen, die bewusst abschalten möchten, berichten
oft begeistert. Der negative Ruf entsteht meist dann, wenn Erwartungen und Realität nicht
zusammenpassen.
Fazit: „Mauritius bloß nicht“ – ein Missverständnis?
Der Satz „Mauritius bloß nicht“ sagt oft mehr über die Erwartungen der Reisenden aus als
über Mauritius selbst. Die Insel ist weder perfekt noch furchtbar – sie ist komplex,
widersprüchlich und stark vom Tourismus geprägt.
Wer sich vorab informiert, realistische Erwartungen hat und weiß, was er sucht, kann auf
Mauritius eine sehr schöne Zeit verbringen. Wer hingegen ein völlig unberührtes Paradies
oder ein günstiges Abenteuerziel erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.
Am Ende ist „Mauritius bloß nicht“ kein allgemeingültiger Ratschlag, sondern eine sehr
persönliche Meinung. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Ist Mauritius gut oder
schlecht?“ – sondern: „Passt Mauritius zu mir?“